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NZZ Online
12. Mai 2009
 
 

Dem Mittelpunkt der Schweiz fehlt das Dach

Triangulationspyramide gestohlen – Verdacht fällt auf jurassische Separtisten.

Gut eine Woche nach der Präsentation des Schlussberichts der Interjurassischen Versammlung haben unbekannte Täter den symbolischen Mittelpunkt der Schweiz auf der Älggialp im Kanton Obwalden beschädigt und eine Jura-Fahne hinterlassen. Die Beliers begrüssten die Aktion dieser «unbekannten Akteure».

Triangulationspyramide gestohlen
Die Pyramide am geografischen Mittelpunkt
der Schweiz (Bild: Keystone)

 

(sda) Auf dem geographischen Mittelpunkt der Schweiz, auf der Alp Älggi in Obwalden, ist die Spitze der Triangulationspyramide weg gekommen. Damit fehle der Schweiz der Mittelpunkt, teilten die jurassischen Béliers am Dienstag mit. Die separatistische Jugend-organisation habe von der Aktion Kenntnis genommen und begrüsse sie, sagte ihr Sprecher Marc Freléchoux gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Zum Abmontieren der Spitze bekannte er sich ausdrücklich nicht. Das metallene Objekt könne aber in den nächsten Tagen durchaus wieder auftauchen.

Obwohl die Béliers sich nicht zu einer Täterschaft bekennen, stehen sie in starkem Verdacht. Sie gaben das Fehlen des Mittelpunkts am Dienstagnachmittag als erste in einem Communiqué bekannt. Zudem hinterliessen die Täter in die aus Steinen gelegte Schweizerkarte auf der Alp mitten im Kanton Jura eine Jura-Fahne.

   

Wildhüter entdeckt die Aktion

In Obwalden wusste vorerst niemand von dem Vorfall. Von der Nachrichtenagentur SDA auf das Béliers-Communiqué angesprochen, schickte die Korporation Sachseln, die Besitzerin, einen Wildhüter und Mitglied des Korporationsrats auf die 1650 Meter über Meer gelegene Alp.

Wie Alpverwalter Toni von Moos am Abend erklärte, fehlt tatsächlich das dreieckige Dach der Triangulatiospyramide, welche den exakt in der Schweizer Mitte liegenden Stein überragt. Auch die Jura-Fahne bestätigte er.

Dach wiegt an die hundert Kilogramm

Von Moos nimmt die Aktion nicht tragisch. Es sei ja nichts weiter beschädigt worden und mit dem Dach seien die Aktivisten nicht weit gekommen. Es wiege an die hundert Kilo.

Zudem sei die Strasse auf die Alp hinauf wegen Bau- und Forstarbeiten gesperrt. Ein grösserer Abtransport hätte demnach eines Helikopters bedurft. Er nimmt an, dass es irgendwo in der Nähe wieder zum Vorschein kommt.

Aktion zwischen Mittwoch und Montag

Die Aktion muss zwischen dem vergangenen Mittwoch und Montag durchgeführt worden sein. Am Mittwoch nämlich war Silke Schwenger, Pächterin des Restaurants auf der Alp, noch oben. Wie sie der Nachrichtenagentur SDA sagte, war damals alles in Ordnung. Warum die Béliers ausgerechnet den geographischen Mittelpunkt auf der Alp Älggi für ihre Tat aussuchten, konnte sich von Moos nicht erklären.

Die Béliers haben ihre Aktivitäten in letzter Zeit im Zusammenhang mit dem vor gut zehn Tagen veröffentlichten Bericht der Interjurassischen Versammlung über die Zukunft des Jura verstärkt. So klebten sie Plakate in Biel. In der Vergangenheit hatte die separatistische Jugendorganisation auch schon den Unspunnenstein gestohlen oder die Justitia auf dem Berner Gerechtigkeitsbrunnen gesprengt.

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